Barrierefreies Wohnen: Nicht erst im Alter wichtig
Sie sind Mitte 30, fit, sportlich. Barrierefreies Wohnen? Das klingt nach einem Thema für später. Aber dann schieben Sie den Kinderwagen durch ein enges Treppenhaus, tragen den Wocheneinkauf in den dritten Stock oder brechen sich beim Skifahren das Bein. Plötzlich wird jede Stufe zum Hindernis. Laut dem Statistischen Bundesamt (Destatis, 2024) leben rund 7,8 Millionen schwerbehinderte Menschen in Deutschland. Dazu kommen Millionen mit vorübergehenden Einschränkungen. Barrierefreiheit betrifft nicht eine Randgruppe, sondern alle.
Kurz zusammengefasst: Barrierefreies Bauen nach DIN 18040 nützt Familien, Älteren und Verletzten gleichermaßen. Es steigert den Wiederverkaufswert und wird von der KfW gefördert.
Barrierefreiheit-Check: Wie barrierefrei ist Ihre Wohnung?Was bedeutet barrierefreies Bauen nach DIN 18040?
Die DIN 18040 ist die zentrale Norm für barrierefreies Bauen in Deutschland. Teil 1 regelt öffentliche Gebäude, Teil 2 Wohnungen. Die Norm definiert konkrete Maße: Türbreiten von mindestens 80 Zentimetern, schwellenlose Übergänge, Bewegungsflächen von 120 mal 120 Zentimetern in Küche und Bad, bodengleiche Duschen.
Die Bayerische Bauordnung (BayBO, Art. 48) verlangt bei Gebäuden mit mehr als zwei Wohnungen, dass die Wohnungen eines Geschosses barrierefrei erreichbar sein müssen. In der Praxis heißt das: Aufzug oder Erdgeschoss-Wohnungen mit ebenerdiger Erschließung. Was die BayBO vorschreibt, ist allerdings nur die Mindestanforderung. Die volle DIN 18040-2 geht deutlich weiter.
Wer profitiert von barrierefreiem Wohnraum?
Die kurze Antwort: jeder. Barrierefreiheit wird oft mit Rollstuhlfahrern verbunden. Tatsächlich profitieren weit mehr Menschen davon. Eine Studie des Kuratoriums Deutsche Altershilfe (KDA, 2023) zeigt: 93 % der Menschen über 65 möchten so lange wie möglich in der eigenen Wohnung bleiben. Barrierefreie Wohnungen machen das möglich.
Aber auch junge Familien erleben den Unterschied täglich. Ein stufenloser Eingang mit Kinderwagen statt Treppenstufen. Ein breiter Flur, durch den auch das Laufrad passt. Eine bodengleiche Dusche, die sich leichter reinigen lässt als eine Duschwanne mit hohem Rand.
Und dann gibt es die unerwarteten Situationen. Ein Sportunfall, eine Operation, eine vorübergehende Gehbehinderung. Laut dem Robert Koch-Institut (RKI, 2024) erleiden rund 8,7 Millionen Menschen in Deutschland jährlich eine Verletzung, die ärztlich behandelt werden muss. In einer barrierefreien Wohnung wird aus einem Gipsverband kein Umzugsgrund.
Warum ist ein Aufzug so entscheidend?
Ein Aufzug verändert die Nutzbarkeit eines Gebäudes grundlegend. Ohne Aufzug werden Obergeschoss-Wohnungen ab einem bestimmten Alter oder bei Mobilitätseinschränkungen unbewohnbar. Mit Aufzug bleibt jede Etage erreichbar, ein Leben lang.
Die Kosten für einen Personenaufzug in einem Mehrfamilienhaus liegen laut dem Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA, 2024) zwischen 40.000 und 80.000 Euro, verteilt auf alle Wohneinheiten. Pro Wohnung sind das oft nur 5.000 bis 12.000 Euro Mehrkosten. Gemessen an einem Kaufpreis von 200.000 Euro und mehr ist das eine überschaubare Investition mit langfristigem Nutzen.
Ein Aufzug ist auch im Alltag praktisch. Möbellieferungen, Getränkekisten, schwere Einkäufe. Wer einmal in einem Haus mit Aufzug gelebt hat, möchte selten zurück.
Wie steigert Barrierefreiheit den Wiederverkaufswert?
Barrierefreie Wohnungen sind auf dem Immobilienmarkt gefragt, und diese Nachfrage wächst. Laut einer Analyse des Pestel-Instituts (2024) fehlen in Deutschland rund 2,2 Millionen barrierefreie Wohnungen. Die demografische Entwicklung verschärft das Problem: Bis 2035 wird die Zahl der über 67-Jährigen laut Destatis um rund 4 Millionen steigen.
Was bedeutet das für den Wiederverkaufswert? Eine Untersuchung des Rings Deutscher Makler (RDM, 2023) zeigt, dass barrierefreie Wohnungen im Vergleich zu nicht barrierefreien Objekten einen Preisaufschlag von bis zu 15 % erzielen. Der Grund: Die Zielgruppe ist größer. Junge Familien, Ältere, Menschen mit Einschränkungen und vorausschauende Käufer kommen als Interessenten in Frage.
Barrierefreie Wohnungen in unseren ProjektenWelche KfW-Förderung gibt es für barrierefreies Bauen?
Die KfW fördert barrierefreies Bauen und Umbauen über mehrere Programme. Für den altersgerechten Umbau gibt es das Programm 455-B mit Zuschüssen von bis zu 6.250 Euro pro Wohneinheit (KfW, 2026). Für den Standard „Altersgerechtes Haus“ können Sie den Kredit 159 nutzen, mit bis zu 50.000 Euro Kreditvolumen pro Wohneinheit zu vergünstigten Zinsen.
Im Neubau fließt die Barrierefreiheit in die Gesamtbewertung der Energieeffizienz-Förderung ein. Wer einen KfW-55-Neubau mit barrierefreier Ausstattung plant, kann mehrere Fördertöpfe kombinieren. Die Anträge stellen Sie vor Baubeginn über Ihre Hausbank. Eine frühzeitige Beratung lohnt sich, weil die Förderbedingungen sich regelmäßig ändern.
Was gehört zur barrierefreien Grundausstattung?
Die wichtigsten Elemente sind keine aufwendigen Sonderlösungen, sondern durchdachte Planung. Im Neubau verursachen sie kaum Mehrkosten, weil sie von Anfang an eingeplant werden:
- Schwellenlose Eingänge und Übergänge zwischen Räumen
- Türbreiten von mindestens 80 cm (besser 90 cm)
- Bodengleiche Dusche statt Duschwanne
- Bewegungsflächen vor WC und Waschbecken (120 x 120 cm)
- Aufzug ab zwei Geschossen
- Gut erreichbare Lichtschalter und Steckdosen (85 cm Höhe)
- Rutschfeste Bodenbeläge in Nassräumen
Laut dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR, 2023) betragen die Mehrkosten für Barrierefreiheit im Neubau nur 1 bis 3 % der Gesamtbaukosten. Im nachträglichen Umbau sind die Kosten deutlich höher, oft um den Faktor 5 bis 10.
Wie setzt Sonnenberg Immobilien Barrierefreiheit um?
Bei Sonnenberg Immobilien ist Barrierefreiheit kein Zusatzpaket, sondern Standard. Jedes unserer Gebäude verfügt über einen Aufzug, schwellenlose Zugänge und Wohnungen, die nach DIN 18040-2 geplant sind. Das gilt für das Projekt Leutershausen, den Sonnenbergplatz und den Zimmerplatz gleichermaßen.
Warum machen wir das? Weil ein Haus für Jahrzehnte gebaut wird. Die Bewohner verändern sich, ihre Bedürfnisse auch. Ein Gebäude, das von Anfang an barrierefrei ist, passt sich an, statt zum Problem zu werden. Das ist kein Idealismus. Es ist langfristiges Denken.
Wenn Sie prüfen möchten, wie barrierefrei Ihre aktuelle oder künftige Wohnung ist, nutzen Sie unseren Barrierefreiheit-Check. Und wenn Sie Fragen haben, sprechen Sie uns an.
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